Yoga
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Shiva – ein echtes Goldstück!

Der Yogi an sich ist ein wissbegieriger Mensch. Er praktiziert fleißig die unterschiedlichsten Asanas, bildet und entwickelt sich ständig weiter, was die Flexibilität seines Körpers betrifft und irgendwann kommt der Punkt, da will er auch wissen, wer eigentlich auf all den Bildern, die in seinem Yogastudios rumhängen, zu sehen ist. Und dann fängt die Verwirrung auch schon an, denn es gibt zahlreiche Götter und noch zahlreichere Abbildungen. Aber hier lässt sich flott ein bisschen Licht ins Dunkel bringen! Das passt ganz gut, denn schon bald steht ein wundervoller Feiertag ins Haus, für den es ganz hilfreich ist zu wissen, wer denn eigentlich Shiva ist, von dem wir so oft hören und den wir so oft besingen.

Wer ist Shiva?

How the fuck is… Nicht so einfach die ganze Nummer, sage ich euch.  Ich versuche es mal in meinen Worten:
Shiva ist der oberste aller Yogis, Shiva ist Schöpfer und Zerstörer und eigentlich geht er 
über Namen und Formen hinaus – eine Gottheit eben. Meist wird er mit weißer Hautfarbe, drei Augen und vier Armen dargestellt. In zwei Händen trägt er einen Dreizack und eine Trommel (damaru), die anderen beiden Hände zeigen Mudras. Der Dreizack steht für Brahma, Vishnu und Shiva. Das abhaya-Mudra steht für Schutz, das varada-Mudra für Wohltaten.
Die meisten Yogis haben schon mal in ihrem Yoga-Studio eine Shiva-Statue gesehen, vielleicht ohne zu wissen, dass es sich dabei um Shiva handelt. 

Shiva ist ein kleiner Rebell, der Rockstar unter den hinduistischen Göttern:


Langes, verfilztes Haar, eine Mondsichel als Krone und Kleidung, ein blauer Hals, um den sich eine große Kobra windet und als besonderer Hingucker eine Kette aus Schädeln und Schlangen und Armreifen. Ach, und nicht zu vergessen, der Fluß Ganges entspringt oben aus seinem Kopf. Mitten in seinem Haar sitzt nämlich Ganga, die Göttin des heiligen Flusses. Auf seiner Stirn sind drei Linien aus weißer Asche zu sehen, die stehen für Shivas ewige Existenz und seine überirdischen Kräfte. 

Shiva ertanzt die Welt und zerstört sie auch wieder. Shakti ist übrigens die Kraft von Shiva, mit der er erschöpft und zerstört. Shakti ist aber auch der weibliche Gegenpart eines männlichen Gottes. Und das ist bei Shiva Parvati. Daher sagt man Shivas Shakti ist Parvati, got it? (Ich habe sehr sehr sehr lange gebraucht, um das zu verstehen!)

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Die Formen des Shiva

Hä, ne werdet ihr jetzt denken, also ich kenne da ein Bild, da sieht der aber ganz anders aus! Yes! Shiva ist überall und nirgends. Eigentlich existiert er wie schon gesagt, jenseits von Namen und Formen. Aber er errscheint in verschiedenen Gestalten:
Als 
Nataraja, der Tänzer, als Dakshinamurti, der Weltenlehrer, als Ardhanarishvara oder als Panchanana, der mit den fünf Gesichtern und als Mahayogi, der Herr des Yoga und der Yogis.
Besonders bekannt ist er als Tänzer, wie auf dem Bild ganz oben.

Hier seht ihr  Shiva mit vier Händen und zwei Beinen, der Trommel (damaru) in der einen Hand und dem Feuer in der anderen Hand. Sein linker Fuß steht auf dem Apasmara Purusha und umrahmt wird das Ganze von einem Feuerkreis.
(Ich entdecke Gemeinsamkeiten, ich fühle mich dauernd, als wär ich von einem lichterloh brennenden Reifen umgeben… zack, erst heute morgen habe ich mich wieder verbrannt;-))
Der Tanz von Shivas steht für den  Prozess von Schöpfung, Erhaltung und Zerstörung. Die Trommel steht für den Schöpfungston und das Feuer für die Flammen, die am Ende die Welt zerstören. Shiva steht auf einem Kriegsfisch-Dämon, das symbolisiert die Unwissenheit, die uns unser Gleichgewicht und Bewusstheit verlieren lässt. Shivas Tanz führt soll uns zu einem Himmel der Seligkeit führen, in dem sich unser Ego auflöst und wir Frieden finden.
(Geduld, Freunde, das dauert noch sehr sehr lange …)

Das Shiva-Mantra  

„Om namah Shivaya“, schon mal gehört oder vielleicht auch schon mal nachgesprochen? Dann weißt du jetzt, wer damit gemeint ist, denn das Ganze ist ein Gruß an Shiva:
Om bedeutet übersetzt alles, das Allumfassende.
Namah ist der Gruß an jemanden und
Shivaya ist Shiva!
Übersetzt heißt das also so viel wie: „Hey Shiva, ich grüße dich!“

Aber und wer hätte das gedacht, Shiva wiederum hat mehrere Bedeutungen. „Shiva“ bedeutet wörtlich „der Gütige“, aber auch „das höhere Selbst“.  „Om Namah Shivaya“  kann somit als Anrufung des Höheren ins uns Selbst gemeint sein 0der als Gruß an jemand anderen.
„Om Namah Shivaya“ heißt auch „Alles ist gut, so wie du bist und so wie es ist.“

Auf einer tieferen Ebene ist also alles gut, so wie es ist. Das stellen wir ja im Yoga des Öfteren fest: Ein schlimmer Tag liegt hinter uns, wir kommen völlig fertig auf der Matte an, sehen Schwarz und ab dem Moment wo wir uns ins Hier & Jetzt zurückholen, merken wir:
So schlimm ist das alles gar nicht. In diesem Sinne, auf Shiva!!

amy's love

„Das Leben ist zu kurz, um kein Yoga zu machen!“ Simone liebt Yoga, Schreiben, das Meer, die Sonne und ist auf der Suche nach einem happy, healthy Lifestyle. Wenn sie nicht gerade nachdenkt, haut sie in die Tasten oder ist auf der Matte zu finden!

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Kategorie: Yoga

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„Das Leben ist zu kurz, um kein Yoga zu machen!“ Simone liebt Yoga, Schreiben, das Meer, die Sonne und ist auf der Suche nach einem happy, healthy Lifestyle. Wenn sie nicht gerade nachdenkt, haut sie in die Tasten oder ist auf der Matte zu finden!

2 Kommentare

  1. Lena sagt

    Toll erklärt – das hilft total weiter, vielen Dank! Liebe Grüße nach Düsseldorf

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