Yoga
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Yogische Gedanken. Zum Weltyogatag.

Heute ist Weltyogatag. In vielen Ländern, Städten und Studios wird gemeinsam praktiziert und geatmet. Rund um den Globus löst Yoga immer mehr Begeisterung aus. Es wird gemeinsam, geschwitzt, gechantet und im besten Falle entsteht in den Studios, zwischen Yogalehrer und Yogis, eine Gemeinschaft, ein Zusammenhalt. Doch was ist Yoga für dich? Für jeden einzelnen? Wie holst du die Philosophie, die Werte von Yoga in deinen Alltag?

Yoga findet außerhalb deiner Matte statt

Für mich ist eines klar, das habe ich auch vor kurzem in einem Insta-Post geäußert: Yoga ist für mich nicht nur Mattenpraxis. Eine tägliche Praxis bedeutet nicht jeden Tag zwei Stunden auf der Matte zu schwitzen, sondern auch das Lesen in alten Schriften, die Meditation und vor allem „Momente der Ruhe“ mitten im Alltag zu finden. Inne zu halten, mich nicht von der Geschäftigkeit des Lebens mitreißen zu lassen. Die Gedanken und den geist zur Ruhe bringen und dadurch Klarheit gewinnen:

„Yogash Chitta-Vritti-Nirodha.“

 

Der Vers stammt aus Patanajalis Yogasutra, einem Werk das für mich mehr und mehr an Bedeutung für mein Leben und mein Unterrichten gewinnt. Neben dem Effekt auf meine Gedanken und meinen Geist hat Yoga auch das Verhältnis zu mir und meinem physischen Körper verändert, darüber habe ich bereits im letzen Jahr geschrieben und das hat sich nicht geändert. Yoga schafft es an einigen Tagen einen besseren Menschen aus mir zu machen. Sorgt dafür, dass ich weniger schnell die Nerven verliere und besser für mich sorge. 

Innere Ruhe und Vertrauen

Mein Weltyogatag war eigentlich schon gestern. Ich war den ganzen Tag in Abu Dhabi und habe versucht einen Führerschein zu bekommen. Das hat von 07.30 Uhr am Morgen bis 15.00 Uhr am Nachmittag gedauert. Ich bin einmal quer durch die Stadt, von A nach B, wurde von einem Ort zum anderen geschickt, immer in der Annahme, dass das der richtige Ort für mein Anliegen sei. Ich konnte zwischendurch nichts essen und trinken, ist ja Ramadan hier.

Teilweise war man sehr unfreundlich zu mir. An anderen Stellen bekam ich Hilfe. Ich habe viele Stunden einfach nur warten und vertrauen müssen. Es war der Horror. Ja. Aber ändern konnte ich es eh nicht. Ich habe mir die Wartezeit mit Sharon Gannons wundervollem Buch „Yoga & Vegetarianism“ vertröstet. Wann immer ich mit Menschen gesprochen habe, war ich freundlich und deutlich. Auch wenn man mir gegenüber unfreundlich war, mich nicht einmal angeschaut hat. Einmal stiegen Wuttränen (kennt ihr, oder?) in mir auf. Aber statt dem nachzugeben, habe ich mich entschieden zu kämpfen. Am Ende durfte ich ihn endlich mit nach Hause nehmen, den Führerschein. Ich glaube seit Yoga fest daran, dass uns eine positive Einstellung, Vertrauen und Freundlichkeit weiterbringen.

Dein Herz für andere

Am Abend habe ich eine Yogastunde gegeben und von meinen Schülern viel Energie zurückbekommen, die ich selber am Tag gelassen hatte. Das ist das Schöne am unterrichten. Ich war ganz dankbar und voll mit Energie, mein Herz ganz weit offen, als ich das Studio verließ.

Und dann stand da draußen ein Mann, der auf der Suche nach einer Bleibe war. Völlig fertig, ganz einsam und ohne Zuversicht. Von Pakistan ist er nach Dubai gekommen, wie so viele hier. Um zu arbeiten und mit acht anderen in einem Zimmer zu wohnen. Doch sein Job hatte noch nicht einmal begonnen und er konnte die Miete für sein Zimmer nicht aufbringen. Er wurde an diesem Abend obdachlos. Er tat uns leid und wir (mein Freund hat mich an diesem Abend abgeholt) hatten das starke Gefühl, dass hier unsere Hilfe gefragt ist. Er brauchte nicht 40 Dirham, nicht 100 Dirham, nein 250 Dirham. Das sind umgerechnet ca. 60 Euro. Die gibt man üblicherweise nicht einem Fremden, denn oft vermuten wir, dass uns  jemand anlügt oder gar nicht in einer Notsituation ist. Selten haben wir Vertrauen.

Das war an diesem Abend anders, wir haben Farooq das Geld gegeben. Und ich habe meine Nummer mit ihm getauscht. Am Abend hat er mir ein Bild aus seinem Zimmer geschickt, wie er auf seinem Bett sitzt. Parallelwelt Dubai. Ich hoffe, dass wir in Kontakt bleiben, ich möchte wissen, wie es ihm geht.

Das ist für mich Yoga. Es ist dein Herz für andere, dein Mitgefühl. Deine Hilfsbereitschaft. Es ist die Fähigkeit ganz bei dir zu sein, für dich zu sorgen und doch offen für andere zu sein, ohne in einen Mikrokosmos abzutauchen. Ich wünsche mir, dass wir Yoga mehr leben. Neben dem Kopfstand und dem Handstand. Das wir diese Asanas als lebenslange Begleiter sehen, an denen wir wachsen statt einer Akrobatik, die es schnell zu erlernen gilt.

Ich wünsche dir, das jeder Tag ein Weltyogatag für dich ist. Genieße dein Praxis und verbinde dich mit den Yogis um dich herum! #happyworldyogaday

Foto: http://www.heatherbonker.com/

„Das Leben ist zu kurz, um kein Yoga zu machen!“ Simone liebt Yoga, Schreiben, das Meer, die Sonne und ist auf der Suche nach einem happy, healthy Lifestyle. Wenn sie nicht gerade nachdenkt, haut sie in die Tasten oder ist auf der Matte zu finden!

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Kategorie: Yoga

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„Das Leben ist zu kurz, um kein Yoga zu machen!“ Simone liebt Yoga, Schreiben, das Meer, die Sonne und ist auf der Suche nach einem happy, healthy Lifestyle. Wenn sie nicht gerade nachdenkt, haut sie in die Tasten oder ist auf der Matte zu finden!

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