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Travelguide: Sri Lanka // Ella und der Baumhaus-Traum

Weite Strände, hohe Wellen, herzliche Menschen – herzlich willkommen in Sri Lanka. Seit ein paar Tagen erst bin ich zurück aus dem Land, dass direkt unter Indien liegt und in den letzten Jahren so einiges erlebt hat. Mein erster Eindruck: Man merkt die Nähe zu Indien, es gibt einige Gemeinsamkeiten. Dennoch ist der Verkehr nicht ganz so verrückt und alles wirkt etwas mehr geregelter. Die Natur ist atemberaubend, ich habe noch nie so viele verschiedene Grüntöne gesehen. Buddhistische Tempel an jeder Ecke und Essen, das einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt.

Von Colombo nach Ella

Sri Lanka hat nur einen Flughafen und der liegt in Colombo. Als wir ankommen regent es, herrlich kühler Wind weht uns um die Nase. Was für eine Wohltat nach den Temperaturen in Dubai. Am Flughafen wartet Samanthi, der Besitzer der Ella Eco Lodge, auf uns. Zu diesem Zeitpunkt gehen wir noch davon aus, dass es  ca.drei Stunden sind bis Ella. Stattdessen sind wir ganze sieben Stunden unterwegs, die Entfernung beträgt allerdings nur 250 km. Das wir etwas länger brauchen liegt zum einen an Samanthis Fahrstil, dem Verkehr und der Gelassenheit der Sri Lanker. Wir fahren 40kmh, beim Überholen schalten wir eher einen Gang zurück als vor und Päuschen zwischendurch müssen auch sein. Erst zum Lunch, der so scharf ist, dass er mir die Schlappen auszieht und dann zum Tee bei einem süßen alten Ehepaar mit Shop am Straßenrand. Die Autofahrt lohnt sich, weil wir einen guten ersten Eindruck bekommen von diesem wunderschönen Flecken Erde und seinen warmherzigen Bewohnern.

Am späten Abend trudeln wir in Ella ein, einem kleinen Dorf mitten in den Bergen, umringt von Palmen, Reisfeldern und Teeplantagen. Der Tourismus ist hier angekommen und so findet man in der einen Straße, die sich durch das Dorf zieht nette Cafes, Restaurants und Gästehäuser. Mit dem kleinem Auto von Samanthi geht es steil den Berg hoch und dann sind wir da: in der Ella Eco Lodge, die genau aus drei Cottages besteht. Die Cottages sind Baumhäuser, von denen aus man direkt in die Wildnis blickt. Ich bin ganz aufgeregt und happy, denn eine Nacht , ach nein, gleich drei in einem Baumhaus pennen, ist wirklich besonders. Unser Haus auf Stelzen wackelt zwar ein bisschen, aber das hat man bei dem Ausblick schnell vergessen. Die Zimmer sind ganz wundervoll, verfügen über Badezimmer mit Dusche und Toilette, Strom und Wifi. Abends wird es manchmal laut, weil die Affen übers Wellblechdach turnen, ansonsten sind die Geräusche ein Traum. Ach so, ne Maus hatten wir auch zu Besuch, die hat direkt mal einen Jutebeutel und ein Buch gefrühstückt.

Wandern, Essen & Schlafen

Ella ist perfekt zum Wandern. Doch bevor’s rauf auf die Berge geht, haben wir eine feine Tour durch Reisfelder und Gemüseplantagen mit einem Local gebucht. Alleine laufen geht auch, aber so hatten wir jemanden dabei, der uns ein bisschen was erzählen konnte. Zudem geht ein Teil des Geldes an seine Familie, bei der wir am Ende ein feines Curry gegessen haben. Die Tour ist beeindruckend, immer wieder stockt einem der Atem, wenn man über die weiten Reisfelder blickt oder die Frauen und Männer bei der Arbeit sieht.

Die Menschen hier haben nicht viel, leben ein einfaches und sehr armes Leben. Aber alle lachen, strahlen über beide Ohren. Die Kinder winken und lachen, überall sind Hunde, die einen Teil des Weges mit dir gehen. Wir haben einige Porträts von den Einwohnern dort gemacht und ich habe noch nie zuvor Menschen so stark, so rein in eine Kamera blicken sehen.

An den nächsten beiden Tagen erkunden wir die Berge um uns herum. Zuerst auf den Little Adams Peak, dann auf den Ellas Rock. Die Aussicht von oben ist fantastisch, die Menschen die wir unterwegs treffen sind alle herrlich entspannt. Ich merke wie sehr mir das „gehen“ in Dubai fehlt, das herum sträunen und laufen. Ich ziehe jeden Atemzug extra lang durch die Nase.
Wenn ihr zum Adams Peak wandert, könnt ihr auf dem Rückweg eine Teafactory besuchen – die Führung ist kurz und am Ende könnt gibt’s eine kleine Teeverköstigung. Auf dem Weg dorthin kommt ihr am 98 Acres Resort & Spa vorbei – die Cabanas des Resorts liegen mitten in den Bergen und es gibt eine hübsche Yogashala mit einem tollen Ausblick. Wow!

 

Was du sonst noch in Ella machen kannst:

  • Ravana Waterfalls: Die Ravana Wasserfälle sind ein bisschen ein Touri-Spot, aber es lohnt sich dennoch für einen kurzen Abstecher. Einfach ins Tuk Tuk hüpfen, die Fahrt genießen, ein bisschen auf den Felsen rund um die Wasserfälle abhängen und frische Mango essen. Oder ihr springt einfach ins Wasser. Männer in Badeshorts, Frauen am besten mit Hose und T-Shirt. Ich habe hier niemanden gesehen, der im Bikini unterwegs war.
  • Ellas Rock: Die Strecke zum Ellas Rock führt dich zuerst direkt an den Bahnschienen vorbei, die Züge fahren hier langsam, sodass du genügend Zeit hast auf die Seite zu gehen – trotzdem aufpassen. Wir sind den ersten Teil des Weges durch die Wildnis gestartet und haben uns dann ein wenig verlaufen. Ein kleiner Junge hat uns dann den richtigen Weg gezeigt, natürlich nicht ohne nach einem kleinen Trinkgeld und ein paar Bonbons zu fragen. Die Strecke beginnt zuerst harmlos, doch dann geht’s steil bergauf – dafür wirst du mit einer wunderbaren Aussicht auf den Little Adams Peak (vielleicht dein zweites Wanderziel?) belohnt. Oben auf dem Gipfel haben wir eine Gruppe junger Sri Lanker aus Colombo getroffen.
  • Little Adams Peak: Für den kleinen Adams Peak brauchst du ca. 1 Stunde, diese Wanderung ist eher gemütlich. Los geht’s vom Zentrum aus in Richtung Passara Road, diese Straße läufst du immer weiter bis zum Ella Flower Garden Resort, ab hier beginnt dann der Anstieg. Kurz vorm Ziel geht es ein paar steile Treppenstufen rauf und oben auf der Spitze wartet eine wunderschöne Buddhistische Statue auf dich. Oben angekommen kannst du noch rüber zum zweiten Gipfel laufen und von oben auf die Ravana Waterfalls schauen.
  • Nine Arch Bridges: Die Brücke ist ca. 25 Meter hoch, taucht auf einmal wie aus dem Nichts auf und liegt mitten in der Natur. Bevor du die Brücke erreichst, kommst du zu einer kleinen Dachterrasse. Der Besitzer erzählt dir gerne etwas mehr zu der Brücke und von hier kannst du den Ausblick genießen. Danach kannst du den steilen Weg nach unten laufen und auf den Schienen üntlang laufen. Wer zurück nicht mehr laufen mag, nimmt einfach ein Tuk Tuk.

Essen in Ella:
Da es in Ella nur eine Hauptstraße gibt, die sich durch den Ort zieht, werdet ihr schnell fündig. Hier reiht sich ein Restaurants ans nächste und wie immer gilt, lieber die kleinen Restaurants besuchen, bei denen ihr erkennen könnt, dass Locals am Herd stehen. Wir haben zweimal richtig gut im The Remo’s Restaurant. Das Personal hier ist super nett und zuvorkommend und das Curry mit Gemüse ein Traum. Im Laden daneben gibt’s übrigens die besten Rotis mit Gemüse gefüllt.

  • Chill Restaurant & Bar: Das ist zwar kein Local Place, aber die Dachterrasse ist atemberaubend, lohnt sich für einen Drink oder einen Kaffee mit Kokosmilch.
  • Matey Hut: Hier solltet ihr mindestens einmal essen! Das Matey Hut ist ein kleines, fast unscheinbares Restaurant direkt am Ortseingang. Der Inhaber kocht hier alleine und macht alles frisch.Es gibt nur wenige Tische und wie überall sollte man Wartezeit einplanen. Wenn ihr etwas mehr Zeit habt, meldet euch für einen der Kochkurse an, die am Abend stattfinden.

Übernachten:
Wir haben in der Ella Eco Lodge geschlafen, wie schon berichtet ist es wunderbar dort. Ich würde nur die Übernachtung buchen und keine weiteren Ausflüge über die Unterkunft. Im Nachhinein muss ich sagen, dass das gemessen an den lokalen Preisen viel zu teuer war. Hier wurden wir am Ende ein bisschen über den Tisch gezogen, was mich traurig gemacht hat.
Hier noch ein paar Tipps für andere Unterkünfte:

  • Das Zion View liegt in derselben Straße und hat eine hübsche Terrasse mit einem fantastischen Ausblick.
  • Fein ist auch das Village View Homestay!
  • Generell gilt: In Ella vorher buchen, der Ort ist relativ klein und je nachdem zu welcher Zeit du hier bist, solltest du vorab buchen. Ich würde den Ort nicht in der Hauptzeit im Juli & August empfehlen, sondern eher in der Off-Season, in die wir  gerade noch so reingerutscht sind.

Yoga in Ella:
Yoga ist in Ella noch nicht wirklich angekommen, so mein Gefühl. Das macht aber nichts, denn du findest wunderbare Plätze an denen du deine Matte ausrollen kannst. Und du kannst das in der Nähe gelegene buddhistische Meditationscenter besuchen. Wir waren mit einem Local dort und haben einige Stunden mit dem freundlichen buddhistischen Mönch verbracht, der uns von seiner Sound Therapy und der Meditation erzählt hat. Und so saßen wir am Ende mit dem Mönch in seinem Versuchsraum und er hat uns seine selbst komponierten Lieder auf der E-Gitarre vorgespielt. Eine sehr besondere und einzigartige Erfahrung für mich. (Ich habe ihm übrigens das „Om Namah Shivaya Gurave“-Mantra vorgesungen und werde immer noch ganz rot, wenn ich daran denke.)

Von Ella ging es für uns weiter nach Arugam Bay. Direkt ins Paradies. Artikel folgt, ich tippe schon fleißig.

„Das Leben ist zu kurz, um kein Yoga zu machen!“ Simone liebt Yoga, Schreiben, das Meer, die Sonne und ist auf der Suche nach einem happy, healthy Lifestyle. Wenn sie nicht gerade nachdenkt, haut sie in die Tasten oder ist auf der Matte zu finden!

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2 Kommentare

  1. Jana sagt

    Ohhhhh, was für ein schöner Artikel, liebe Simone. Ich habe mal direkt Gänsehaut bekommen von deinen Erzählungen und vor allem den Bildern. Und natürlich Fernweh. Das klingt alles so schön und glücklich und auch befreiend und nach einem wunderschönen Erlebnis 🙂 Ich bin auf die weiteren Reise-Beiträge schon sehr gespannt.

    Ganz liebe Grüße …

    • Liebe Jana, danke dir! Jaaa, es war auch herrlich! Kann ich gut verstehen mit dem Reiseweh! Drücke die Daumen, dass du bald auch wieder los ziehen kannst!

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