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Freies Arbeiten – yay oder nay?

Ich habe mich irgendwann dazu entschieden frei zu sein und frei zu arbeiten. Und finde das gut so. Aber wie ist das, wenn man aus einem festen Job aussteigt und auf einmal frei ist wie ein Vogel? Freies Arbeiten – keine Vorschriften, Kein Chef? Funktioniert das überhaupt über eine längere Zeit oder muss man dafür nebenbei Lotto spielen?

Freiheit – yayy, her damit!

Ich freelance nun seit ca. 3 Jahren und finde es herrlich. Bei mir hat sich das offen gesprochen eher aus einer Notsituation heraus so ergeben und sollte eine Übergangsphase sein, doch dann hat es sich als prima erwiesen, um andere Dingen in meinem Leben mehr Platz zu geben. Meine Festanstellung hatte mich in vielem eingeengt, dieses starre Zeitkorsett lässt Bewegung nur am späten Abend zu; Urlaub nur, wenn die Kollegen da sind usw. Es gab außerdem eine Menge Dinge, denen ich auch aus gesundheitlichen Gründen mehr Raum geben wollte. Gesagt, getan, ich startete mit einem Gründerzuschuss in die Selbstständigkeit und ließ einfach mal alles passieren.

„Das freie Arbeiten erlaubt es mir meine Zeit so zu nutzen, wie es für mich Sinn macht.“

Heute kann ich sagen, es ist für mich das Beste, dass ich je gemacht habe. Ich wäre heute nie da, wo ich jetzt wäre, würde ich in einer Anstellung stecken. An Tagen, an denen ich nur so vor Power und Ideen strotze kann ich rocken und mich an anderen Tagen, an denen die Energie etwas im Keller hängt, mehr um mich selbst zu kümmern. Niemals hätte ich eine Yogalehrer-Ausbildung gemacht, wäre ich festangestellt gewesen. Heute lassen sich beide Dinge prima miteinander kombinieren. Was ein Glück!

Disziplin und Vertrauen

Neben den vielen Freiheiten ist eine gehörige Portion Vertrauen und Disziplin notwendig, das will ich nicht verschweigen. Am Anfang hat es sich angefühlt, wie ein Netz ohne doppelten Boden. Finanzielle Absicherung an erster Stelle, wie soll das gehen, verdiene ich genug? Doch wie immer lohnt es sich, den Schritt zu gehen und zu sehen was passiert. Raus aus der Komfortzone, rein in neue Bereiche und keine Angst vorm Scheitern haben. Lass diese Gedanken gar nicht erst zu, denn wir scheitern alle. Jeden Tag, dauernd, wir rennen uns zehnmal den Kopf ein – das ist menschlich. Vertrau dir selbst, werde dir bewusst, was du kannst und was nicht. Mach das was du gut kannst selbst, nehme Unterstützung an für Dinge, die dir weniger liegen (Stichwort Finanzen oder Steuern;-)

Etabliere deinen eigenen Arbeitsrhythmus. Will sagen, du bist zwar frei, kannst deshalb aber leider nicht jeden Tag in der Stadt verbummeln. Ich liebe die Zeit am morgen und bin daher weiterhin früh aufgestanden, auch wenn das keinen interessiert hat. Lass das nicht schleifen, etabliere gerade am Anfang eine Routine, an die du dich hältst. Vielleicht bist du eher der Typ, der abends gut wegschaffen kann, dann nutze das. Ähnlich verhält es sich auch mit deinen Buchungen und Aufträgen. Der eine arbeitet lieber 8 oder12 Wochen am Stück und legt einen feinen Puffer an, der andere schätzt es mehr eigene kleine Kunden zu haben. Deine Arbeit, deine Regeln.

„Alles ist ständig im Fluss, seit meinem Start ist nichts mehr wie es vorher war und doch arbeite ich noch frei.“

Wachstumsbooster Selbstständigkeit

Ich finde die Selbstständigkeit ist etwas, dass einen ungemein wachsen lässt. Egal, ob du alleine bist oder vielleicht sogar Mitarbeiter hast. Das freie Arbeiten, das ich neben meinem Blog und dem Yoga unterrichten jongliere, hat mich immer wieder gelehrt zu schauen, ob es das ist, was im Moment für mich richtig ist. Hat mir gezeigt, dass man sich auch mal trennen muss. Das man wieder von vorn anfängt. Altes geht, Neues kommt. Das war bei mir so als wir Deutschland verlassen haben, da haben sich die Karten noch mal ganz neu zusammengemischt. Mal arbeite ich ganz emsig und viel, mal schätze ich die Ruhe und andere Projekte.

Was mir geholfen hat:

  • Ein Job-Coaching. Ich kann nur jedem empfehlen, das mal zu machen. Am besten dann, wenn gerade wenig los ist.
  • Der Austausch und das Vernetzen mit anderen Freien. Goldwert.
  • Finanzielle Rücklagen damit kein Stress entsteht.
  • Feedback einholen.
  • Eine Putzfrau für Zeiten, in denen viele Aufträge auf einmal reinkommen. (Klingt bescheuert, hilft aber ungemein, wenn die Bude nicht Kopf steht.)
  • Flexibilität etablieren!
  • Definitiv die Entscheidung für einen Steuerberater, am besten weiblich, wenn möglich.
  • Nicht alles annehmen, was einem über den Weg läuft. Weise auswählen.

Und ich habe gelernt zu vertrauen. Daran zu glauben, dass alles zum richtigen Zeitpunkt kommt.

"Das Leben ist zu kurz, um kein Yoga zu machen!" Simone liebt Yoga, Schreiben, das Meer, die Sonne und ist auf der Suche nach einem happy, healthy Lifestyle. Wenn sie nicht gerade nachdenkt, haut sie in die Tasten oder ist auf der Matte zu finden!
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"Das Leben ist zu kurz, um kein Yoga zu machen!" Simone liebt Yoga, Schreiben, das Meer, die Sonne und ist auf der Suche nach einem happy, healthy Lifestyle. Wenn sie nicht gerade nachdenkt, haut sie in die Tasten oder ist auf der Matte zu finden!

3 Kommentare

  1. Hey Simone,

    ein schöner Artikel, der sowohl die Freiheiten als auch die Pflichten der Freiberuflichkeit hervorhebt. Und mich daran erinnert, warum ich es gemacht habe. Manchmal zweifelt man ja doch ein bisschen – ich jedenfalls – und dafür ist es sehr hilfreich, genau die Gründe hier noch mal zu lesen. Danke dafür!

    Nun habe ich aber noch ein paar kleine Fragen: Wonach hast du denn den Coach für dein Jobcoaching ausgesucht? Auf was hast du da so geachtet? Das klingt auf jeden Fall so, als wäre das auch eine gute Idee für mich.
    Und noch eine Frage: Warum denn eine weibliche Steuerberaterin? 🙂

    Liebe Grüße,
    Jana

  2. Guten Morgen Simone,

    ein schöner Artikel, der sowohl die Freiheiten als auch die Pflichten der Freiberuflichkeit hervorhebt. Und mich daran erinnert, warum ich es gemacht habe. Manchmal zweifelt man ja doch ein bisschen – ich jedenfalls – und dafür ist es sehr hilfreich, genau die Gründe hier noch mal zu lesen. Danke dafür!

    Nun habe ich aber noch ein paar kleine Fragen: Wonach hast du denn den Coach für dein Jobcoaching ausgesucht? Auf was hast du da so geachtet? Das klingt auf jeden Fall so, als wäre das auch eine gute Idee für mich.
    Und noch eine Frage: Warum denn eine weibliche Steuerberaterin? 🙂

    Liebe Grüße,
    Jana

    • Liebe Jana, sorry für meine späte Antwort. Ich habe vor allem auf ein gutes Bauchgefühl geachtet und das die Person aus dem Medien- und Kreativumfeld kommt und einiges an Erfahrung mitbringt. Ich hatte mir da vorher schon ein paar Themen zurechtgelegt und ich fand es für mich auch wichtig, dass es jemand mit „psychologischem“ Feingefühl ist. Schick mir mal ne E-Mail ich habe da einen prima Tipp für Hamburg;-) Ich finde weibliche Steuerberaterinnen fixer, besser & verständlicher… ich habe festgestellt, dass Frauen bei diesen Themen anders ticken, ist aber sicher individuell. Normalerweise arbeite ich gern mit Männern;-)

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