Kolumne
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KOLUMNE: Mein Körper, mein Gewicht.

Ich bin mittlerweile 34 Jahre alt und leider habe ich vergessen mitzuzählen und weiß nicht genau, wie oft es vorgekommen ist, dass Menschen meinen Körper oder mein Gewicht beurteilt haben. Ich weiß nur, das ist ziemlich oft vorgekommen. Und ich weiß auch, damit bin ich kein Einzelfall. Wir Frauen sind ein ganzes Leben lang körperlicher Veränderung ausgesetzt, aber muss das dauernd notiert, beurteilt und beobachtet werden?

Frauenkörper – lebenslange Beurteilung

Ich erinnere mich an Situationen, in denen ich sehr jung war. Das waren direkte Äußerungen aus dem familiären Umfeld oder auch von älteren Jugendlichen aus dem Dorf, in dem ich aufgewachsen bin. Meine Figur geriet nie völlig aus der Form, ich war meist eher schlank, habe mal zu – und mal abgenommen. Doch das spielt hier gar keine Rolle, denn Fakt ist, ich wurde beurteilt. Das prägt und bleibt an einem haften. Und je nach Verfassung lässt man es an sich heran und nimmt es mit. Ich sage das deshalb so deutlich, weil es jedem, ja jedem der anderen ein solches Feedback entgegen schmettert bewusst sein sollte.

Ich habe es nicht nur bei mir erlebt, ich habe mitbekommen, wie über Freundinnen gesprochen wurde. Das waren Männer und Frauen. Auch nach der Zeit als Jugendliche ging’s weiter, egal ob im Job oder im Privatleben. Gerne auch mal von fremden Menschen oder Männern, die einem ungefragt ein Feedback da ließen. Einfach weil Menschen gerne über andere reden. Immer wieder stieß ich auf Geschichten von Freundinnen, die mich schockiert zurückließen. Da äußerte sich eine Mutter über die unpassende Figur der eigenen Tochter im Brautkleid, ein Vater beklagte, dass trage man doch so nicht, eine Oma bemängelt die Figur einer 12-jährigen und in der Umkleidekabine eines Modeladens wurde ich Zeugin, wie sich zwei Freundinnen gegenseitig das Leben schwer machten.

„Nein“ sagen – Beleidigungen nicht zulassen

Heute möchte ich all diese Kommentare und nennen wir es beim Namen, Beleidigungen, nicht mehr einfach so hin nehmen. Früher dachte ich lange, ach, der hat vielleicht ein bisschen Recht und ich habe ja wirklich ein wenig zugelegt. Großer Fehler, der schnurstracks in eine gefährliche Sackgasse führt. Und vor allem, das ist nicht das Thema. Es geht einfach darum, dass wir aufhören sollten einander äußerlich zu beurteilen. Das fängt bei Kindern an und hört im Erwachsenenalter nicht auf. Wir sollten Shows im Fernsehen, in denen es nur um die körperliche Beurteilung geht, einfach nicht anschauen. Weil sie uns in eine falsche Richtung lenken, unseren Blick trüben.

Ich lasse mich heute schlichtweg nicht mehr beurteilen, sicher weil ich älter bin und weil ich mehr Selbstvertrauen habe. Und weil mich die Beurteilungen anderer, unwichtiger Menschen schlichtweg nicht mehr interessieren. Weil mich das Innenleben der Menschen mehr interessiert, das was im Kopf und im Herz passiert. Und weil ich auch nur Menschen mit den gleichen Prioritäten um mich haben möchte. Auf alle anderen kann ich verzichten. Und vor allem, weil ich als Frau nicht auf mein Äußeres reduziert werden will.

Lasst uns „Nein“ sagen, wenn andere uns beurteilen. Lasst uns „warum“ fragen und dem Gegenüber sagen, wie weh eine solche Äußerung tut und was sie anrichten kann.

Anzug: Yoiqi 

„Das Leben ist zu kurz, um kein Yoga zu machen!“ Simone liebt Yoga, Schreiben, das Meer, die Sonne und ist auf der Suche nach einem happy, healthy Lifestyle. Wenn sie nicht gerade nachdenkt, haut sie in die Tasten oder ist auf der Matte zu finden!

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"Das Leben ist zu kurz, um kein Yoga zu machen!" Simone liebt Yoga, Schreiben, das Meer, die Sonne und ist auf der Suche nach einem happy, healthy Lifestyle. Wenn sie nicht gerade nachdenkt, haut sie in die Tasten oder ist auf der Matte zu finden!

2 Kommentare

  1. Sarah sagt

    Liebe Simone,
    ein wichtiger und (leider) sehr wahrer Beitrag von dir…Ich bin auch oft erschrocken,wie schnell Menschen übereinander äußerlich urteilen und verurteilen – dabei ist das Außen doch nur ein Teil von vielen Facetten einer Person.Schade,dass viele sich gar nicht erst die Mühe machen,dahinter zu blicken – vielleicht,weil es Charakter und Anmut bedarf??!!
    Herzliche Grüße,Sarah

    • Danke für dein Feedback, Sarah! Ich glaube es ist leider so „gelernt“, so verankert, was es definitiv nicht besser macht…müssen wir dran arbeiten und uns im besten Fall immer gegenseitig dran erinnern.

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