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Catrin Meyer: „Ich liebe es, selbst über meine Zeit bestimmen zu können.“

In der letzten Woche habe ich euch von einem wunderbaren kleinen Buch erzählt, das von Hamburg den Weg zu mir gefunden hat. Und heute zeige ich euch, wer hinter diesem Geschenk steckt: Catrin. Gutmensch, Rotweintrinkerin, Texterin und Gründerin der Buchstabenwerft in Hamburg. Wenn ich an Catrin denke, muss ich automatisch an meinen ersten Arbeitgeber und meine Zeit dort denken, denn da haben wir uns kennengelernt. Catrin hatte zu diesem Zeitpunkt schon einiges an Erfahrungen gesammelt, mein Sammelkörbchen war noch leer, aber da sollte noch einiges hinzukommen. Ich erinnere einen Abend, da waren wir mit mehreren Kollegen im Hatari in der Schanze essen und Catrin schaffte es kurz und knapp auf den Punkt zu bringen, was sich für mich erst 2 Jahre später bestätigten sollte. Daran muss ich heute oft denken. Und ich erinnere meine Abschiedsparty oder war es mein Geburtstag als Catrin zu Besuch war und wir herrlich viel Rotwein getrunken haben. Aber jetzte genug geschwafelt, los gehts:

Catrin, erzähl uns, wie ist die Buchstabenwerft entstanden?
Catrin: Ach Mensch, dazu muss ich mir unbedingt noch eine gute Geschichte überlegen, die Wahrheit ist nämlich leider total banal: Als ich mich selbstständig machte, suchte ich eine Domain, die man sich gut merken kann. In Hamburg lag natürlich was maritimes nahe und mit dem, was ich mache, sollte es auch zu tun haben… tadaa: Das war die Geburtsstunde der Buchstabenwerft! Lustig ist es immer, wenn ich bei Terminen gefragt werde, wie viele Leute denn in der Buchstabenwerft arbeiten… da muss ich dann damit rausrücken, dass ich allein und wahrscheinlich die kleinste Werft Hamburgs bin :-)

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Was ist für dich das Besondere an der Freiberuflichkeit?
Catrin: Ich liebe es vor allem, selbst über meine Zeit bestimmen zu können. Dabei geht es mir gar nicht um die Menge der Arbeit, sondern um ihre Verteilung. Wenn ich möchte, kann ich an einem verregneten Wochenende durcharbeiten und dafür den sonnigen Montag freinehmen. Oder tagsüber die Familie besuchen und dafür abends länger texten. Oder oder oder… diese Freiheit finde ich ganz toll!

Würdest du diesen Weg jederzeit wieder so gehen?
Catrin: Kurz und knapp: Ja, auf jeden Fall!

Wer hat dich bei deinem Vorhaben am meisten unterstützt?
Catrin: Ach, eigentlich hatte mein ganzes Umfeld wahnsinnig viel Vertrauen in mich – das hat mir jede Menge Kraft und Zuversicht gegeben! Nach einigen Monaten der Selbstständigkeit habe ich dann ein Gründercoaching gemacht, was mir rein praktisch total geholfen hat, zum Beispiel beim Verhandeln des Honorars oder dabei zu erkennen, wann ich mir zu viel zumute und einen Job lieber absagen sollte.

Was bedeuten Buchstaben, Worte und Sprache für dich?
Catrin: Ich liebe vor allem das geschriebene Wort. Bücher haben mich schon als kleines Kind interessiert und ich wollte einfach diese blöden Zeichen entziffern können – als das endlich geschafft war, hab ich ein Buch nach dem nächsten verschlungen und tja… irgendwie hat mich diese Begeisterung nie losgelassen. Ich mag übrigens auch Bücher, deren Geschichte mich langweilt, wenn ich die Sprache toll finde – ich gebe zu, dass das ein bisschen schräg ist!

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Wann wusstest du, dass du beruflich schreiben möchtest?
Catrin: Gewünscht hab ich mir das schon früh – ich glaube, ich wollte ab der fünften Klasse Journalistin werden. Und dass meine Lehrer mir das nicht zugetraut haben, weil ich so schüchtern war, hat mich nur noch mehr angespornt. Während des Studiums hab ich dann bei allen möglichen Medien Praktika gemacht und so ziemlich schnell gemerkt, dass Schreiben in welcher Form auch immer mein Ding ist.

Wie motivierst du dich an einem Tag, an dem einfach nichts aufs Papier kommen will?
Catrin: Puh, das ist schwer … meistens zwinge ich mich dazu, zumindest die Infos zu recherchieren und in einem Dokument zusammenzustöpseln. Danach gehe ich eine Runde laufen und schaue mir alles mit frischem Blick an. So habe ich kein leeres Blatt mehr vor mir – und selbst an den unkreativsten Tagen klappt es meistens, aus einer schlechten Rohfassung einen ordentlichen Text zu machen. Die Kür verschiebt man aber auch dann besser auf den nächsten Morgen!

Schreibst du auch privat?
Catrin: Ja, wenn ich Zeit habe versuche ich mich an Kurzgeschichten. Und ich habe natürlich auch eine Romanidee, so wie wahrscheinlich die meisten, die gerne schreiben … aber da fällt es mir ehrlich gesagt schwer, den Anfang zu finden. Noch!

Was macht dich glücklich, wo lädst du nach anstrengenden Wochen deinen Akku auf?
Catrin: Ich verkrümel mich mit einer Tafel Schokolade und einem guten Buch in eine kuschelige Ecke oder lasse mich von meinem Liebsten bekochen. Oje, wenn ich das so lese, bin ich ein ganz schönes Faultier! Und ich verreise total gern übers Wochenende in europäische Städte – von Stockholm über Amsterdam bis Lissabon… das holt mich total aus dem Alltagstrott und macht einfach nur glücklich!

Du hast drei wunderbare Wünsche frei, welche wären das?
Catrin: Das wichtigste ist Gesundheit für meine Liebsten und mich, das ist leicht. Dann, dass wir alle die Gegenwart mehr genießen ohne uns so viele Gedanken zu machen um das, was war oder vielleicht kommt. Und ganz spontan: einen wunderbaren, sonnigen Frühling – kann von mir aus gleich losgehen :-)

Die Gegenwart mehr genießen, ohne sich zu viele Gedanken um die Zukunft oder die Vergangenheit zu machen.
Finde ich super, das sollte ich mir über’s Bett hängen. Catrin, ich sage danke und freue mich schon jetzt auf ein Wiedersehen!

 

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