Body & Mind, Food, Lifestyle
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Vegan leben. Warum es gut für alle ist.

Es ist Zeit. Zeit, Dinge umzustellen und eingeübte Verhaltensweisen auf den Kopf zu stellen. Wir alle können das. Bekannt ist aber auch, dass wir Angst vor Veränderung haben, Angst davor anders zu sein. Neulich las ich auf Instagram: „Nicht das schwarze Schaf ist anders, sondern die weißen Schafe sind alle gleich.“ Schön, oder? Wenn wir wollen, das sich in der Welt etwas verändert, dann müssen wir zuerst bei uns selbst anfangen. Welche Rolle unsere Ernährung dabei spielt und wie du mit kleinen Schritten zu mehr Veränderung beitragen kannst, erfährst du im Artikel.

Der Zusammenhang zwischen Yoga und Ernährung

Als ich mit diesem Blog begonnen habe und damals Sophia Hoffmann, Köchin & Autorin aus Berlin, die seit mehreren Jahren vegan lebt, interviewt habe, war es mir wichtig, dass das Interview nicht zu dogmatisch ist. Die Leser sollten nicht das Gefühl bekommen, das eine vegane Lebensweise der einzig wahre Weg sei. Vegetarisch sei doch völlig ausreichend. Schon zu dieser Zeit war ich ein Fan der Jivamukti-Yogamethode, die schon immer Fürsprecher für vegane Ernährung waren, aber ich fragte mich, ob es wirklich nötig sei vegan zu leben. Mir war der Zusammenhang zwischen Yoga und meiner Ernährung noch nicht ganz klar. Ich war glücklich mit meiner vegetarischen Ernährung und liebte mein Käsebrot. Die Jahre zogen ins Land, Yoga veränderte mein Leben und auch mein Denken.

Heute, ein paar Jahre später, sehe ich vieles anders. Ein Augenöffner war das Buch „Yoga and Vegetarianism“ von Sharon Gannon, Gründerin der Jivamukti-Methode. Ich lebte bereits als ich 15 Jahre alt war einige Jahre vegetarisch. Nach mehreren Knochenbrüchen rieten Ärzte meinen Eltern dazu, dass ich mehr Fleisch essen solle. Was ein Blödsinn. Ich ärgere mich heute über so viele Dinge, die Ärzte mir im Laufe meines Lebens geraten haben. Ein paar Jahre später wurde ich wieder Vegetarierin. Eine Dokumentation darüber, wie Tiere geschlachtet werden, hatte sich in mein Hirn gebrannt. Letztendlich war ich nie ein großer Fan von Fleisch und der Verzicht war für mich kein großes Opfer.

Es geht nicht darum, perfekt zu sein!

Als ich Jahre später in Sharons Buch las, was mit Mutterkühen und ihren jungen Kälbern passierte, fühlte ich mich schlecht. Kühe produzieren aus demselben Grund Milch wie Menschen – als Nahrung für ihre Babys. Die männlichen Babykälber werden ihren Müttern jedoch schon einige Tage nach der Geburt kaltblutig entrissen. Sie werden auf kleinstem Raum eingesperrt und mit Milchersatz gemästet. Ich las diese Zeilen immer wieder und es tat richtig weh, das nochmal so vor Augen geführt zu bekommen. Dieses Gefühl wurde noch stärker als ich selbst schwanger wurde. Verrückt, weil ich zu der Zeit selbst wieder Käse aß. Ich hatte solchen Heißhunger auf Käsebrot und wollte meinem Körper während dieser Zeit das geben, was er braucht. Ihr seht, bei mir gibt es auch Widersprüche und es geht lange nicht darum perfekt zu sein. Es geht darum, zu schauen, ob wir nicht langfristig etwas verändern, unseren Konsum verringern, eingrenzen oder ganz einschränken können. Das ist ein Weg, ein Herausfinden, es muss nicht alles von Anfang an perfekt sein.

Nachdem mein Sohn geboren wurde, habe ich mich wieder komplett vegan ernährt. Durch diese kurze Veränderung hatte ich wieder den Vergleich und ich fühlte mich mit einer veganen Ernährung deutlich besser. Weniger aufgebläht, leistungsstärker, fitter und reiner. Mein Mann hat kurz danach, inspiriert durch Richie Roll (veganer Ultra-Athlet), aus sportlichen Gründen ebenfalls auf eine vegane Ernährung umgestellt. Er hat die Unterschiede noch deutlicher wahrgenommen. Wahrscheinlich, weil er auch mehr Fleisch konsumiert hat.

Es gibt einige Gründe, die dafür sprechen können, sich vegan zu ernähren. Ich zähle dir die für mich wichtigsten Gründe auf und du überlegst danach, was für dich am besten passt.

Drei wichtige Gründe, sich vegan zu ernähren

Die Tiere:

Wusstest du, dass Hühnern nur ein paar Tage nach der Geburt der Schnabel gekürzt wird? Dass der Kuh ihr junges Kalb kurz nach der Geburt entrissen wird und das ihr die Muttermilch genommen wird, damit wir sie uns in den Kaffee gießen können? Tiere leiden unendlich für unsere Ernährung. Die Bedingungen, wie sie gehalten werden, sind nicht ok. Wenn wir ein friedliches Leben führen wollen, dann bedeutet dass, das wir Tiere, mit denen wir uns diesen Planeten teilen, schützen müssen. Was mit den Tieren im Schlachthof passiert und wie sie dort hinkommen, darüber wurde so oft berichtet, lasst uns nicht die Augen davor verschließen.

Die Umwelt:

Der größte Wasserverbraucher ist die tierische Landwirtschaft. Für ein Kilogramm Rindfleisch werden bis zu 15.500 Liter Wasser verbraucht (Quelle Peta). Das Meiste Wasser geht für die Bewässerung der Futtermittel und das Trinkwasser der Tiere drauf. Hauptverursacher des Klimawandels ist der Verzehr tierischer Produkte. Treibhausgase entstehen, weil wir Tiere halten. Der Großteil der landwirtschaftlich genutzten Flächen wird für Futtermittel verwendet, das wiederum träg zum Klimawandel und zur Umweltzerstörung bei.
Da weltweit immer mehr Fleisch gegessen wird, müssen mehr und mehr Tiere mit Soja gefüttert werden. Um Soja auf riesigen Plantagen anzubauen, werden große Teile des Regenwaldes abgeholzt. Besonders alarmierend: Die Fläche, auf der Soja für die EU wächst, ist so groß wie ein Drittel Deutschlands. Mehr als 80% des nach Deutschland importierten Soja stammen aus Südamerika. Ganz viele Infos dazu findest du hier.

Deine Gesundheit:

Menschen, die Fleisch konsumieren haben ein höheres Gesundheitsrisiko an Krebs, Diabetes oder Arthritis zu erkranken. Fleisch enthält eine große Menge an Pestiziden und anderen Chemikalien, mehr als man in pflanzlichen Lebensmitteln je gefunden hat. Die vegane Lebensweise stellt nicht nur alles zur Verfügung, was der Körper braucht, sie ist auch präventiv bei bestimmten Krankheiten.
Und neben all den Fakten, war für mich immer die eine Tatsache überzeugend: Wir essen ein totes Lebewesen.

In Sachen Gesundheit möchte ich aber auch ganz transparent sein, denn ich finde, das fällt in vielen Artikeln unter den Tisch. Es ist wichtig, dass Veganer einmal im Jahr zur Blutabnahme gehen und ihre Werte checken lassen. Die meisten Veganer, die ich kenne, substituieren Vitamin B12, Kalzium, Magnesium, Zink und Omega 3. Es kann einiges über die Ernährung aufgefangen werden, aber Vitamin B12 ist zum Beispiel aus pflanzlichen Quellen (Sauerkraut, Algen, Hefe) nicht vitaminwirksam. Viele Nahrungsergänzungsmittel enthalten außerdem die 100-fache Menge, das ist nichts schädlich, aber unser Körper kann nur 1% speichern.
Unter Omega 3 (Algenöl) versteht man die drei Fettsäuren ALA (Alpha-Linolen Säure), DHA (Docosahexaensäure) und EPA (Eicosapentaensäure). Oft hört man, es reiche aus genügend Nüsse zu essen. Nüsse und Samen enthalten zwar Omega-3, aber nur die Fettsäure ALA und kein DHA und EPA.

Jetzt könnte man denken, dass wir einen rein veganen Haushalt haben. Nein, haben wir nicht zu 100%. Unser Kind wird nicht mal vegetarisch erzogen. Zum einen ist es schwer eine Betreuung zu finden, die Kinder vegetarisch ernährt. Ich meine rein vegetarisch. Denn auf einem Teller Fleischklößchen und auf dem anderen nur Kartoffeln, das finde ich persönlich für Kinder schwierig. Ab und zu kocht mein Mann auch zuhause für ihn Fisch oder Fleisch. Ich tue das nicht, aber wir haben uns geeinigt. Mir ist eine 50/50-Einigung in Sachen Erziehung wichtiger als meine Meinung durchzusetzen. Mir ist es wichtig, dass der Großteil seiner Ernährung vegetarisch ist. Und das ist sie. Mir ist wichtig, dass er ein Gefühl für Tiere, Lebensmittel und den Umgang damit vermittelt bekommt. Aber ihr seht, auch hier gibt es Kompromisse und die muss jeder für sich selbst finden.

Und zum Ende noch ein spannender Hinweis meiner Freundin, die seit vielen Jahren vegan lebt: „Es gibt viele, die „essen“ vegan, machen aber sonst ganz normal weiter. Konsumieren Kosmetik, Putzzeug, Klamotten usw. Da werden jetzt einige sagen, man muss ja nicht übertreiben.“ Wir (ich und die tolle Freundin) finden, es hat gar nix mit übertreiben zu tun. Vegan ist ein Lebensstil. Und das beinhaltet so viel mehr als nur die Ernährung. Und das heißt nicht, dass von Anfang an alles perfekt sein muss.

Hier findest du weitere Informationen zur veganen Lebensweise:

PETA Online
Veganworld.de
Utopia.de

Bücher für vegane Ernährung:

Jonathan Safran Foer: Eating animals
Richie Roll & Judie Patt: Das Plantpower Kochbuch
Lauren Wildbolz: Vegan Love
Niko Ritenau: Vegan-Klischee ade!
Sharon Gannon: Yoga und Vegetarismus. Fleischlos zur Erleuchtung.

Toll für kleine Kinder:
Ruby Roth: V is for vegan: The ABC’s of being kind
Ruby Roth: Thats why we dont eat animals

Netflix:

The Game Changers
Cowspiracy
We feed the world

Kategorie: Body & Mind, Food, Lifestyle

von

Yoga, ätherische Öle, Meditation und meine spirituelle Praxis helfen mir jeden Tag dabei die beste Version meiner Selbst zu sein. Ich möchte dich dazu inspirieren, dein Leben auf den Kopf zu stellen und dich frei zu fühlen.

2 Kommentare

  1. Schöner Beitrag und für mich als Neu-Veganerin (seit 6 Monaten) eine super Bestätigung, den richtigen Weg gewählt zu haben!

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