Yoga
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Drei Dinge, die deine Yogapraxis bereichern

Was macht für dich und mich ganz persönlich eine gute Yogapraxis aus? Wie können wir unsere Praxis auf ein Niveau heben, dass sie uns dienlich wird? Ich beschäftige mich viel damit seit ich unterrichte. Manchmal scheint es, als ginge es vielen mehr um ein Workout, das betrübt mich einerseits und doch möchte ich es andererseits nicht verurteilen. Ich bekomme oft Feedback, dass es so schön sei, wenn die Klassen etwas mehr in die spirituelle Richtung gehen, einen persönlichen Touch haben und zum Nachdenken anregen.

Deine Einstellung

Unsere Einstellung, mit der wir auf die Matte gehen, kann so viel verändern, beeinflussen und bewirken. Vielleicht fängt es schon ganz achtsam damit an, wie wir unsere Yogamatte ausrollen. Und wie wir dem Lehrer gegenübertreten. Nicht jeder Tag ist wie der andere und manchmal gelingt uns ein guter Kontakt zu uns selbst und mal nicht. (Ich habe aktuell einen Schüler, der schließt fast immer die Augen während der Praxis und hat eine beneidenswerte Konzentration.)

Wenn du mit einem offenen Geist kommst, gewillt bist zu lernen und ohne große Erwartungen praktizierst, dann erlebst du die Yogapraxis als etwas sehr Bereicherndes. Stunde um Stunde. Das ist besser als mit einer Erwartung in eine Stunde zu hüpfen, die deiner Meinung nach so und so sein sollte, damit sie dich an diesem Tag zufrieden macht. Oder gar mit der Vorstellung, dass der Lehrer im Rahmen der Zeit abliefern muss und zwar das, was du gerade haben möchtest. Das Prinzip des Beginners Mind macht aus uns allen ewige Schüler, lässt uns wachsen und eröffnet uns so viel mehr Möglichkeiten.

„In the beginner’s mind there are many possibilities,
but in the expert’s there are few.“
Shunryu Suzuki 

Zeit – Regelmäßigkeit und Disziplin

Tapas ist die Disziplin, die wir alle für unsere Praxis benötigen. Uns aufzuraffen, auch wenn es gerade schwerfällt. Immer und immer wieder. Wenn Netflix anmachen so viel einfacher ist und liegenbleiben so viel kuscheliger. Überliste den Geist, jeden Tag. Egal ob es um negative Gedanken geht und Muster, die du verändern möchtest oder um die Disziplin für deine körperliche Praxis. Das heißt nicht, dass wir uns quälen sollen. Es gibt Zeiten, in denen brauchen wir Ruhe und eine Praxis, die uns erdet, umsorgt und ankommen lässt. Diese Zeiten zu erkennen und dir selbst das zu geben, was du gerade brauchst,  ist ein Riesen-Schritt in die richtige Richtung. Langsame Yin-Sequenzen, kürzere Praxis, was auch immer – aber trotz allem eine Praxis. Denn der Zugang zu unserem Geist erfolgt über den Körper. Die körperliche Praxis ist die schwere Eingangstür, das Tor zur Veränderung, die wir Tag für Tag aufstoßen müssen.

Übe. Sei beständig. Investiere so viel Zeit, wie es dein Alltag zulässt. Und das ganz ohne eine Erwartung an ein Ergebnis. Ja, richtig gehört. Es geht im Yoga nicht um die perfekte Instagram-Pose. Investiere deine Zeit nicht um „endlich“ in den Kopfstand zu kommen. Investiere deine Zeit, ohne Erwartung. Das ist hart. Gerade in unserer Welt, in der wir so sehr auf Ergebnisse getrimmt sind. I know. (Ich habe das Thema gerade an einer anderen Stelle und ja, es ist hart!) Sei genügsam, geduldig und praktziere einfach.

Geb dich hin – voll und ganz

Wie ich das meine? Integriere in jeder einzelnen Stunde, die du besuchst, Hingabe. Geb dich deiner Praxis, dem Fluss der Praxis, ja vielleicht auch ein bisschen dem Lehrer, hin. Sei präsent, lass dich nicht von den Gedanken aus dem aktuellen Moment raus tragen. Und wenn das doch passiert, hol den Geist ganz achtsam und freundlich wieder zurück auf die Matte. Setze eine Intention, dein Samkalpa. Widme deine Praxis jemandem, der deine Unterstützung gebrauchen kann. Wenn es Freunden oder meiner Familie schlecht geht, widme ich meine Praxis meist eine ganze Woche lang dieser Person.

Es ist dein „Isvhara Pranidhana“, dein Vertrauen in eine höhere Kraft, dass die Praxis auf ein anderes Niveau hebt und sie von einer rein körperlichen Praxis unterscheidet. Es ist deine Hingabe, die dich in der Krähe fliegen lässt, schwebend in den Handstand bringt und in Savasana tief und zufrieden in die Matte sinken lässt.

#namaste

"Das Leben ist zu kurz, um kein Yoga zu machen!" Simone liebt Yoga, Schreiben, das Meer, die Sonne und ist auf der Suche nach einem happy, healthy Lifestyle. Wenn sie nicht gerade nachdenkt, haut sie in die Tasten oder ist auf der Matte zu finden!

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Kategorie: Yoga

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"Das Leben ist zu kurz, um kein Yoga zu machen!" Simone liebt Yoga, Schreiben, das Meer, die Sonne und ist auf der Suche nach einem happy, healthy Lifestyle. Wenn sie nicht gerade nachdenkt, haut sie in die Tasten oder ist auf der Matte zu finden!

2 Kommentare

  1. Wie wunderbar geschrieben und es spricht mir aus der Seele. Nach über 6 Jahren habe ich jetzt das Yogastudio gewechselt, da mir die Tiefe gefehlt hat und ich mich da nicht weiterentwickeln konnte.
    Um so schöner, dass ich jetzt eines gefunden habe, welches alles vereint Körper und Geist – Namaste

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