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Elke Svitek: “ Yoga nimmt das Drama aus der eigenen Geschichte.“

Mein Yoga-Weg ist ganz eng mit Elke verknüpft, denn in ihrem Studio in Düsseldorf bin ich vor ca. 2 Jahren mit Anusara-Yoga in Kontakt gekommen. Elkes Yoga-Stunden sind eine Wohltat, für Körper, Geist & Seele. Immer wird man gefordert an die eigenen Grenzen zu gehen, immer ist es inspirierend und immer fühle ich mich danach ein bisschen leichter, als hätte ich ein Päckchen Ballast dort gelassen. Es ist eine Freude in ihr Studio zu kommen, immer fühlt man sich herzlich empfangen und gut aufgehoben. Elke ist einfach ein Herzensmensch und daher freue ich mich so wahnsinnig über das Interview mit ihr, dass wir in einem netten Cafe in Flingern geführt haben!

1) Wie hat deine persönliche Yoga-Reise begonnen?
Elke: Nach der Geburt meiner Tochter habe ich etwas zum Ausgleich gesucht, um mich mehr zu bewegen. Meine erste Begegnung mit Yoga war also eher ein Schaf- und Wolldecken-Yoga. Ich hatte eine tolle Lehrerin, die auch heute immer noch unterrichtet, bin aber eher unregelmäßig zu den Yogastunden gegangen.  Damals hab ich in der Redaktion beim WDR gearbeitet und das war so gar nicht mit meiner Rolle als alleinerziehende Mutter vereinbar bzw. passte es in meiner Welt und auch nicht mehr richtig zusammen. In dieser Zeit habe ich von dem Inder Yogi Hari gelesen, der in Bad Meinberg eine Ausbildung anbot. Ja, und die habe ich dann gemacht.  Zuerst habe ich nur für ein paar Freunde unterrichtet. Dann hatte ich eine Übungsgruppe in einem buddhistischen Zentrum, habe in einem Fitnessstudio unterrichtet und nebenbei Job & Kind gewuppt. Irgendwann war klar, dass ich mich für Yoga und zwar mit allem was dazugehört, entscheiden wollte. Und dann habe ich ein eigenes Studio aufgemacht. Der Raum dazu ist mir sprichwörtlich in die Hände gefallen. Auf einmal passte alles zusammen.

2) Wie würdest du jemandem, der absoluter Neueinsteiger ist, die Vorzüge von Yoga beschreiben?
Elke: Yoga macht glücklicher, zufriedener und balanciert die eigenen Anteile gut aus. Der körperliche Aspekt ist am Anfang die Motivation, letztendlich tritt er aber immer mehr in den Hintergrund. Man empfindet mehr Zufriedenheit und der Körper fängt nach und nach an sich besser zu fühlen. Das eigene Wohlbefinden ist ein guter Beitrag zum eigenen Glücklich sein. Denn über die Körperbalance kommen wir viel leichter auch an unser Herz heran.

3) Was ist für dich als Anusara-Teacher das Besondere an dieser Yoga-Richtung?
Elke: Die Verbindung von innerer Ausrichtung in Kombination mit einer präzisen und gesunden körperlichen Ausrichtung. Anusara spricht nicht nur den Körper an, sondern ganz besonders auch die innere Welt. Aus einer Anusara-Stunde geht man am Ende nicht nur mit dem Gefühl raus „Ach ja, ich hab heute geschwitzt“. Man merkt, dass es mehr ist als das Schwitzen, die körperliche Bewegung. Meiner Empfindung nach gehen viele andere Richtungen nicht ganz so tief.

4) Was bereitet dir mehr Freude: Eigenes praktizieren oder unterrichten?
Elke: Beides ist gleichwertig und ich kann es gar nicht genau sagen, weil es so unterschiedlich ist. Das eigene Erleben ist natürlich ein ganz wichtiger Teil, aber auch das Unterrichten ist für mich eine ganz eigene Yogaerfahrung. In meiner Praxis kann ich meine eigenen Bedürfnisse erfüllen, darauf hören, was Körper & Seele gerade brauchen. Ich unterrichte am liebsten das, was mich selbst beschäftigt.

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5) Erinnerst du eine ganz besondere Situation in einer deiner Stunden oder in einem Workshop, die dich besonders berührt hat?
Elke
Es gab sehr viele berührende Situationen, immer dann, wenn Menschen sich generell öffnen, wenn man förmlich fühlt, wie Yoga etwas in ihnen bewegt. Auch Situationen, auf die man nicht vorbereitet ist. Ich habe mal in einer Privatstunde ein Zitat von Rumi vorgelesen. Als ich die folgende Stelle vorlas, fing die Schülerin an zu weinen: „ Denn das Gestern ist nichts als ein Traum und das Morgen nur eine Vision.“ Das Zitat hatte die Schülerin bewegt, weil sie die schmerzliche Erfahrung machen musste, ein Kind zu verlieren.
Oft sind diese Situationen tiefberührend und befreiend, aber man ist niemals drauf vorbereitet. Diese Momente haben viel Schönes, Berührendes & Bewegendes zugleich. Aber auch die kleinen Sachen, wie „Hey, seit ich Yoga mache, sind meine lebenslangen Rückenschmerzen weg“, sind bereichernd und erfreuen mich jedes Mal aufs Neue.

6) Wie fühlt es sich an, ein eigenes Yoga-Studio zu haben?
Elke: Ich liebe es immer noch, weil es für mich ein Ort ist, an dem Menschen zusammenkommen, die ich mag. Ein Gemeinschaftsort für Menschen, die das Interesse an Spiritualität teilen. Natürlich auch ein Haufen Arbeit und viel Anstrengung. Aber es ist ein Ort, den ich für mich gestalten kann und das gibt mir sehr viel. Ich ziehe auch hauptsächlich Menschen und Schüler an, die ich mag. Für mich ist es ein Geschenk, an einem Ort zu sein, an dem man sich wohl fühlt. Und es ist ein jedes Mal ein Geschenk, wenn jemand zur Tür hereinkommt.

7) Hast du eine absolute Lieblings-Asana?
Elke: Ich bin sehr verliebt in Armbalancen und alles was mit Handstand zu tun hat.  Ein Handstand ist in meiner eigenen Praxis fast immer dabei. Aber es ist auch davon abhängig, wie ich mich fühle und welche Praxis ich gerade brauche.

Elke

8) Was ist das Allerschönste und Allerhöchste, das Yoga in dein Leben gebracht hat?
Elke: Viel zufriedener & glücklicher zu sein. Dass Yoga der grundlegende Baustein war, Dinge zu verändern. Negative Gedanken kommen vielleicht weiterhin ab und an auf, aber meine Grundenergie hat sich verändert. Die positiven Gefühle überwiegen und verdrängen alles was eine negative Sicht auf die Dinge beinhalten könnte. Vielleicht kann man sagen, dass Yoga ein bisschen das Drama aus der eigenen Geschichte nimmt.

9) Wie transportierst du Yoga in dein Leben, wenn du nicht auf der Matte bist?
Elke: Es transportiert sich automatisch. Manchmal, wenn ich ein inneres Fluchen bemerke oder mit dem linken Fuß aufgestanden bin, dann nehme ich mein eigenes Meckern eher wahr und kann es woanders hinlenken. Ich merke, wenn ich negativ aufgeladen bin, stelle es schneller fest und kann mir selbst auf die Füße treten und sagen „Mensch, heute scheint doch die Sonne“.
Yoga hilft dabei, sich bewusst zu machen, dass man seine Welt selber kreiert. Die eigene Macht über sich und jeden einzelnen Tag hat. 
Es hilft uns dabei anderen Menschen offener zu begegnen und Situation gegenüber offen zu sein. Mehr nach den eigenen Bedürfnissen zu schauen und dem eigenen Rhythmus.

10) Du hast drei wunderbare Wünsche frei, welche sind das?
Elke: Dass meine Tochter ein glückliches Leben führt, dass ich mit meinem Mann weiterhin glücklich zusammenlebe und es so inspirierend bleibt und ich irgendwann ein Retreat-Center eröffnen kann.

Elke Svitek ist Inhaberin des Studios Shivasloft in Düsseldorf, Flingern. Im März bietet Elke ein Anusara-Yoga-Retreat auf Bali an.

Namaste liebe Elke, ich danke dir von Herzen für das schöne Interview! Wie gut, dass es dich gibt und was ein Glück dich getroffen zu haben;-))

amy's love

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