Interviews, Uncategorized
Kommentare 1

Was ist eigentlich YOLATES? Ein Interview mit Nicole von aboutthatflow

Ich habe Nicole auf Instagram entdeckt. Sie betreibt die Seite about that flow und gibt in Hamburg Living Yolates-Kurse. Ich habe von Living Yolates gehört, sie parallel dazu entdeckt und weil ich das alles spannend fand, nach einem Interview gefragt. Nicole hat zugesagt und herausgekommen ist ein tolles Gespräch über Living Yolates, das Lust auf mehr macht, über unseren Körper, der so viel schon weiß, und über die Fähigkeit des Zuhörens.

Nicole, du unterrichtest Yolates, was genau verbirgt sich dahinter?

LIVING YOLATES ist eine ganzheitliche und kreative Trainingsmethode aus Kopenhagen. Sie verbindet das Beste aus Yoga, Tanz, Pilates, Meditation & Chinesischer Medizin. Durch die Verbindung dieser Elemente wird der Unterricht sehr vom Moment beeinflusst und erzeugt ein großes Gefühl von Freiheit. LIVING YOLATES hilft dir dabei dich so zu akzeptieren und zu nehmen, wie du bist (denn ja: genauso bist du perfekt), dein Leben zu genießen und aktiver zu leben. Mit dieser ganzheitlichen Trainingsmethode trainierst du deinen gesamten Körper, hältst ihn stark, gesund und flexibel. Gleichzeitig arbeitest du auch auf mentaler Ebene mit dir selbst. Und das Ganze fühlt sich nicht wie Sport an und bringt mega viel Spaß.

Woher kommt der neue Trend und wo hast du Yolates gelernt?

Living Yolates kommt aus Dänemark und wurde von Mikkala Marilyn Kissi gegründet. Ich habe meine 250h-Ausbildung mit und bei ihr auf Bali absolviert und ein paar Monate später die Dancing Yolates Ausbildung (Dancing Yolates ist die Schwester von Living Yolates) in Kopenhagen gemacht.

Was unterscheidet Yolates von Yoga? Ist es mehr Yoga oder mehr Tanz?

Gute Frage. Also um vorweg einen wichtigen Punkt klarzustellen: Beim Tanzen geht es um die pure Freude an der Bewegung. Viele denken, es handelt sich um die Erarbeitung von komplizierten Sequenzen oder Choreographien und sind deshalb abgeschreckt. Darum geht es aber ganz und gar nicht.
Der größte Unterschied zwischen Living Yolates und Yoga ist die Abwechslung im Unterricht und das innere Freiheitsgefühl, mit dem man danach belohnt wird. Für mich persönlich fühlt es sich intensiver an. Denn für mich ist Tanz eins der stärksten „Tools“, um sich mit sich selbst zu verbinden. Es hilft loszulassen, sich selbst und den eigenen Flow kennenzulernen und zuzulassen. Man kommt dadurch noch mehr mit dem Körper in Kontakt. Und es macht einfach sooo viel Spaß. Ich liebe Yoga, dennoch hat mir „das Ausbrechen“ gefehlt.

Ich setze den Fokus in den Klassen gerne aufs Tanzelement, da es sehr befreiend und spielerisch ist. Eine „klassische“ Living Yolates Klasse baut sich wie folgt auf: Zuerst starten wir mit Meditation, Atemübungen und Energiearbeit aus der Chinesischen Medizin. Danach folgt das Warm Up, welches sehr schwungvoll und fließend ist. Der Höhepunkt ist das Tanzen und das damit eihergehende Loslassen. Anschließend fließen wir in erdende Yogahaltungen und stärkende Pilates-Übungen, enden mit Dehnungen, um das Nervensystem runterzufahren und einer langen Endentspannung.

„Living Yolates steht auf jeden Fall für ganz viel Selbstliebe und Empowerment.“

Du möchtest mit deinem Insta-Account und deinen Workshops andere dazu bewegen sich mehr zu bewegen und vor allem zu fühlen. Warum ist das für uns alle so wichtig?

Vor allem wir westlichen Menschen sind von Kindheit an sehr darauf getrimmt „den“ einen richtigen Weg zu kennen und einzuschlagen, Ziele zu definieren und denen möglichst effektiv und am besten im Turbogang zu folgen und dabei nie Schwächen oder Unsicherheiten zu zeigen. Wir sind oft so sehr von Äußerlichkeiten beeinflusst, vom Perfektionismus getrieben, vergleichen uns ganz schnell mit anderen, wollen besser sein, versuchen uns anzupassen, zu optimieren und zu pushen. Wir bauen ganz schnell Druck auf, haben vermeintlich hohe Erwartungen an uns und ans Leben.

„Ganz schnell lassen wir uns von unserem Job, unserer Kleidung und von Familienstrukturen definieren und verlieren dabei uns selbst.“

Für seine Ziele und Träume alles zu geben, ist super dennoch vergessen wir dabei oft unseren Körper, der uns Zeichen gibt, wenn es zu viel wird. Ruhephasen oder Auszeiten sind negativ behaftet und oft wird „Nichts-Tun“ mit Faulheit assoziiert. Dabei ist es wichtig, sich aktiv für Pausen zu entscheiden. Genau dort beginnt der Prozess, sich mit dem eigenen Körper auseinanderzusetzen und zu spüren, was eigentlich wirklich los ist. Ganz wichtig ist es, Emotionen und Gefühle, die an die Oberfläche treten, zu erforschen, auch wenn sie nicht immer schön sind. Zu erforschen, was sie mit dir machen und wo sie im Körper präsent sind. All das, was an die Oberfläche tritt als Freund zu betrachten und nicht zu ignorieren. Es will dir etwas sagen und ist ein großartiger Hinweis darauf, was du brauchst. Meine Grinberg-Therapeutin hat mir ein tolles Buch dazu empfohlen, es heißt „Fear, pain & some other friends“.

Unser Körper ist ziemlich schlau und er weiß immer Bescheid, auch wenn du es nicht glauben magst. Je mehr man sich traut in sich reinzuhören und zu spüren, was man gerade braucht und will, desto mehr wirst du dich mit deinem Leben und deinen Träumen identifizieren und Altes loslassen können. Sobald du beginnst auf deine Bedürfnisse einzugehen, wirst du dich schnell mit deinem Körper im Einklang fühlen. Und wenn das bedeutet, dass du nicht weißt, was du willst, zehn Mal deinen Job wechselst oder dafür einmal quer über den Globus reisen musst, dann ist das eben so.

„Your life, your body, your decisions.“

Was machst du beruflich, wenn du nicht gerade Yolates-Workshops gibst?

Ich arbeite für MYMARINI, ein nachhaltiges Swimwear-Label aus Hamburg. Ich betreue seit 2016 den österreichischen Markt und seit Herbst 2018, nachdem ich mich komplett selbstständig gemacht habe, unterstütze ich die Gründer Mareen & Willi noch auf weiteren Ebenen und bin für die MYMARINI Retreats zuständig. Ebenfalls kümmere ich mich um PR & Events, Bloggerkoops, Zusammenarbeit mit Magazinen und Händlern und vielen weiteren spannenden Themen. Ich liebe es!

Was sagen die Teilnehmer deiner Kurse über ihr eigenes Körpergefühl vor und nach der Yolates-Praxis?

Von vielen Teilnehmerinnen weiß ich, dass sie schon lange nach einer Mischung aus verschiedenen Stilen gesucht haben, da ihnen reine Yogaklassen auf Dauer zu langweilig wurden. Viele haben über’s Tanzen geschwärmt, ihnen war gar nicht bewusst, wie viel Freiheit und Lebensfreude man in so einem kurzen Moment spüren kann. Und ganz viele Frauen berichten mir immer wieder, dass sie sich schon lange nicht mehr so weiblich gefühlt haben. (Wir lassen auch ordentlich die Hüften schwingen ;-))

Was bedeutet dein Körper für dich?

“Your body is your temple.” Nach diesem Motto versuche ich jeden Tag mit meinem Körper umzugehen. Ich betrachte meinen Körper als kleines Wunderwerk. Er bringt mich tagtäglich durchs Leben, durch gute und herausfordernde Zeiten, schenkt mir so viel Freude und will immer nur mein Bestes. Ich versuche mich von meinem Körper leiten zu lassen und ihm zuzuhören. Manchmal klappt es, an anderen Tagen wieder nicht so gut, das ist ok.
Aber es ist so wichtig zu wissen, dass unser Köper voller Weisheiten steckt. Er ist so intelligent und weiß viel mehr, als du denkst. Unser Körper reflektiert unser Inneres und speichert alles ab, positive und negative Erfahrungen, Emotionen, Eindrücke. Der Körper ist dein bester Lehrer und weiß ganz genau, was er braucht. Man muss sich nur trauen hinzuhören.

Ein Tipp für alle, die gegen den inneren Schweinehund kämpfen und im Winter einfach nicht von der Couch hochkommen?

Haha, good question. Damit habe ich auch gerade zu kämpfen. Ich visualisiere ganz oft den Zustand danach und wie gut ich mich hinterher fühle. Oft belohne ich mich danach und gehe richtig großzügig für mein Abendessen einkaufen oder direkt in eines meiner Lieblingsrestaurants. Was mir auch sehr gut hilft, wenn ich nicht wirklich ins Studio möchte, aber trotzdem in Bewegung sein will, ist ein ausgiebiger Spaziergang. Oft in Verbindung mit einem Stop in meinem liebsten Café, das zählt auch als Bewegung.

Wer oder was inspiriert dich?

Alles! Ich renne mit offenen Augen durchs Leben und sauge alles auf. Mein Kopf sprudelt jeden Tag nur so vor neuen Ideen. Ich finde ganz oft in den kleinsten Dingen die größte Inspiration. Aber was mich schon sehr fasziniert sind Lichtverhältnisse, große und weite Räume mit hellem Tageslicht, Natur, Tiere und natürlich Design und Farben.

Du lebst zwischen Hamburg und Wien. Wo sollte man in Hamburg und wo in Wien unbedingt vorbeischauen?

Diese Frage liebe ich, denn das ist einer meiner absoluten Lieblingsbeschäftigungen !

Hamburg – Food & Kaffee:
Happenpappen (für richtig geilen Salat und Ofenkartoffeln!), Knuth (Frühtsück & Cafe), Liebes Bisschen (bester Wallnuss-Zuchhini Kuchen ever), In guter Gessellschaft (Zerowaste Cafe), Codos in Altona (für guten Coffee und Müslibars), Quan Do (mein absoluter Lieblingsvietnamese in Town), Zipang (best Ramen!), Golden Temple und Marend (österreichische Küche)
Yogastudios:
The Mindful Spaces, Innersmile und Yogastunden bei Suse im Yogaraum
Shops: Mymarini Store, B-LAGE, Minimarkt, Mascha Clothing Ottensen, Stückgut
Auf jeden Fall einen Spaziergang durch den Jenischpark oder Hirschenpark machen. Sonnenuntergang an der Elbe/Strandkiosk.

In Wien tut sich richtig viel. Jedes Mal, wenn ich nach Hause komme, bin ich überrascht wie viel Neues hier entstanden ist. Hier ein paar meiner Lieblinge: Food, Café, Frühstück: Dancing Shiva, Superfoods, SiebenSternCafe Hornig Café Bar, Pizzeria Disco Volante, Tata Vietnamese
Bars: Miranda Bar, If Dogs Run free
Zwei meiner liebsten Shops: We Bandits & Volta
Tolle Yoga Studios in Wien: Little Yoga Room, FeelGoodStudio, Re:treat, Yoga Lyma
Der Donaukanal ist im Sommer ein Muss! Der Naschmarkt sowieso. Der Brunnenmarkt & Karmelitermarkt sind auch einen Besuch wert.

Für alle, die jetzt genau so Lust auf Yolates haben wie ich:
Aktuell könnt ihr in Hamburg, immer Montags ab 18.00 Uhr im „The Mindful Spaces“ mit Nicole Yolates üben.


Kategorie: Interviews, Uncategorized

von

"Show your light!" Yoga, Meditation und Schreiben sind meine täglichen Begleiter. Psychologie und Spiritualität interessieren mich brennend. Aktuell versuche ich Altes loszulassen und mich Neues zu trauen, verlasse die Komfortzone und möchte euch dazu ermutigen das auch zu tun.

1 Kommentare

  1. Also von YOLATES hab ich ja noch NIE was gehört! Is aber toll zu sehen das sich immer wieder solch neue Formen des Körperbewusstseins entwickeln!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.